Landschaft: Blende, Fokus und Belichtung abstimmen
Die passenden Landschaftseinstellungen hängen davon ab, was im Bild scharf sein soll und ob sich etwas bewegt. Eine feste Kombination für alle Landschaften gibt es nicht. Arbeite Schritt für Schritt und kontrolliere Vordergrund, Ferne und helle Bereiche getrennt.

Ein sinnvoller Ausgangspunkt
Für eine ruhige Szene kannst du A/Av, einen niedrigen nativen ISO-Wert und etwa f/8 ausprobieren. Die Kamera bestimmt dann die Verschlusszeit. Fotografierst du aus der Hand oder bewegen sich Blätter, achte auf eine ausreichend kurze Zeit; gegebenenfalls öffne die Blende oder erhöhe ISO. Auf dem Stativ ist eine längere Zeit oft möglich, solange die gewünschte Motivbewegung dazu passt.
Nicht pauschal auf ein Drittel fokussieren
Die beste Fokusdistanz hängt von den Entfernungen, der Brennweite und der Blende ab. Ein Drittel der Bildhöhe entspricht keiner verlässlichen Entfernung im Raum. Fokussiere auf einen geeigneten Bereich, mache eine Probe und kontrolliere wichtige nahe und ferne Details in vergrößerter Ansicht. Die hyperfokale Distanz ist ein berechneter Kompromiss für akzeptable Schärfe; sie bedeutet nicht maximale Detailschärfe an jedem Punkt.
Den Himmel vor Überbelichtung schützen
Nutze Mehrfeldmessung als Start und überprüfe das Histogramm. Bei großen Kontrasten kann eine negative Belichtungskorrektur helfen, wichtige helle Flächen zu erhalten.
Tiefschwarze Schatten aufzuhellen kann Rauschen verstärken. RAW bietet Bearbeitungsspielraum, rettet aber keine vollständig verlorenen Lichter. Eine Belichtungsreihe kann bei ruhigen Motiven helfen; Wind, Wellen oder bewegte Wolken können beim späteren Zusammenfügen Probleme verursachen.
Stabil arbeiten, Bewegung prüfen
Löse auf dem Stativ mit Selbstauslöser oder Fernbedienung aus und prüfe die Stabilisierung nach Herstellerhinweisen. Bei wechselndem Licht kann A/Av schneller sein als M; für eine gleichmäßig belichtete Serie kann M mit festem ISO praktisch sein. Wenn Nahbereich und Ferne nicht gemeinsam scharf genug werden, ändere Standpunkt oder Bildaufbau, bevor du immer weiter abblendest. Focus Stacking eignet sich vor allem für ausreichend ruhige Szenen.
Beispiel-Einstellung, nicht Bild-EXIF
Unbewegte Landschaft vom Stativ: ISO 100, f/8 und eine vom Licht abhängige Verschlusszeit als Test. Bei Wind kann dagegen beispielsweise 1/250 s wichtiger sein als niedrigstes ISO. Diese Werte sind Übungsstartpunkte; sie beschreiben nicht das Foto oben.
Praxisübung
Nimm eine ruhige Szene mit f/5,6, f/8 und f/11 bei gleichbleibendem Fokus auf. Gleiche die Helligkeit über die Verschlusszeit aus. Prüfe Vordergrund, Hauptmotiv und Ferne sowie feine Details. Ändere danach einmal die Fokusdistanz und vergleiche deren Einfluss.
Für die Auswertung: Vergleiche zuerst die Bildaussage, dann Fokus und Bewegung, zuletzt Helligkeit und Farbe. Ändere für den nächsten Versuch nur die Entscheidung, deren Wirkung du gezielt prüfen möchtest.