Portrait-Einstellungen: Augen, Bewegung und Schärfentiefe
Bei Portraits sollten die wichtigen Gesichtspartien scharf sein und der Ausdruck im richtigen Moment eingefangen werden. Blende, Verschlusszeit und Autofokus müssen deshalb zusammenpassen. Beginne mit einer einfachen Kombination und passe sie an Person, Licht und Abstand an.

Die Blende nach dem Motiv wählen
Für eine einzelne Person kannst du eine Blende wie f/2,8 bis f/4 ausprobieren, sofern dein Objektiv diese Öffnung bietet. Nähe und längere Brennweiten können die Schärfentiefe stark verringern.
Bei gedrehtem Kopf liegen die Augen in unterschiedlichen Entfernungen. Gruppen brauchen häufig mehr Schärfentiefe und möglichst eine gemeinsame Entfernungsebene. Kontrolliere Gesichter vergrößert, statt pauschal die größte Öffnung zu verwenden.
Kleine Bewegungen berücksichtigen
Auch eine ruhig sitzende Person atmet, spricht und verändert den Gesichtsausdruck. Eine Verschlusszeit um 1/250 s kann für ein ruhiges Portrait ein Testwert sein; bei aktiven Kindern oder deutlicher Bewegung brauchst du möglicherweise eine kürzere Zeit. Brennweite und deine Kamerahaltung spielen ebenfalls eine Rolle. Stabilisierung hilft gegen Kamerabewegung, friert jedoch weder Hände noch den Kopf der Person ein.
Das richtige Auge verfolgen
Für eine sehr ruhige Person kann AF-S/One Shot funktionieren. Wenn sie sich bewegt, kann AF-C/Servo mit Augen-AF praktischer sein.
Prüfe die Markierung: Bei mehreren Menschen entscheidet die Kamera möglicherweise anders als du. Ein gezielt gesetztes Fokusfeld bleibt eine Alternative. Bei sehr geringer Schärfentiefe kann Fokussieren und starkes Verschwenken die Schärfeebene ungünstig verschieben; platziere das Feld lieber passend im Bild.
Helligkeit, ISO und Weißabgleich abstimmen
A/Av mit Auto-ISO kann auf wechselndes Licht reagieren; setze eine zur Situation passende Verschlusszeit und kontrolliere die Grenzen. In M mit Auto-ISO sind Blende und Zeit fest, die Helligkeitsregelung bleibt teilweise automatisch.
ISO erhöht nicht die eingefangene Lichtmenge. Für eine Serie bei konstantem Licht kann ein fester Weißabgleich helfen. RAW erleichtert die spätere Farbanpassung, ersetzt aber weder gutes Licht noch eine sichere Belichtung.
Beispiel für eine ruhige Person
Teste 1/250 s, f/4 und einen passenden ISO-Wert bei Tageslicht. Prüfe Auge und Gesichtspartien. Wenn die Person sich deutlich bewegt, verkürze die Zeit; wenn mehrere Gesichter nicht scharf sind, blende ab oder ordne die Gruppe anders an. Die Werte sind keine EXIF-Angabe zum gezeigten Foto.
Praxisübung
Fotografiere eine ruhige Person mit zwei verschiedenen Blenden und jeweils korrekt angepasster Helligkeit. Halte Standort, Bildausschnitt und Fokus möglichst konstant. Vergleiche beide Augen, Ohren und Hintergrund. Fotografiere danach bei einem kleinen Schritt der Person und prüfe den Unterschied zwischen AF-S und AF-C.
Für die Auswertung: Vergleiche zuerst die Bildaussage, dann Fokus und Bewegung, zuletzt Helligkeit und Farbe. Ändere für den nächsten Versuch nur die Entscheidung, deren Wirkung du gezielt prüfen möchtest.