Foto-Lexikon A–F: Begriffe mit Praxisbezug
Hier findest du die wichtigsten Begriffe dieses alphabetischen Bereichs mit konkreter Bedeutung, Abgrenzung und einem Link zur Vertiefung. Nutze die Erklärungen für Aufnahmeentscheidungen statt als starre Regeln.
Abbildungsmaßstab
Verhältnis der Bildgröße auf dem Sensor zur tatsächlichen Motivgröße. Bei 1:1 wird ein 10 mm großes Motiv auf dem Sensor ebenfalls 10 mm groß abgebildet. Das ist etwas anderes als die Bildschirmvergrößerung und wichtig bei der Auswahl eines Makroobjektivs.
Abblenden
Die Blendenöffnung wird kleiner und die Blendenzahl größer, etwa von f/4 auf f/8. Bei sonst gleichen Bedingungen gelangt weniger Licht in derselben Zeit durch das Objektiv. Die Schärfentiefe nimmt meist zu; sehr kleine Öffnungen können Details durch Beugung begrenzen.
Autofokus
Die Kamera beziehungsweise das Objektiv stellt die Entfernung automatisch ein. Einmaliger AF eignet sich oft für ruhende Motive, kontinuierlicher AF für wechselnde Abstände. Messfeld und Motiverkennung sind weitere Entscheidungen. Automatischer Fokus garantiert weder richtigen Fokuspunkt noch scharfe Bewegung.
Belichtung
Die Lichtmenge, die während der Aufnahme den Sensor erreicht, hängt unter anderem von Motivlicht, Blendenöffnung und Zeit ab. ISO beeinflusst die Wiedergabe und Verarbeitung; es erzeugt kein zusätzliches Licht. Eine passende Bildhelligkeit ist deshalb nicht allein ein Beweis für ausreichend aufgenommene Information.
Beugung
Licht wird an einer Öffnung verteilt. Bei sehr kleinen Blendenöffnungen kann dies die Auflösung feiner Details begrenzen. Gleichzeitig kann Abblenden die Schärfentiefe erweitern. Die beste Wahl hängt von Motiv, Sensor, Objektiv und Ausgabe ab, nicht von einer universellen maximalen Blendenzahl.
Blende
Verstellbare Öffnung im Objektiv. Die Blendenzahl beschreibt das Verhältnis der Brennweite zum wirksamen Öffnungsdurchmesser. Eine kleinere Zahl bedeutet größere Öffnung. Eine ganze Stufe wie f/4 zu f/5,6 halbiert näherungsweise den Lichtdurchlass bei gleicher Zeit.
Bokeh
Beschreibt die Erscheinung unscharfer Bildbereiche, etwa Übergänge oder Lichtpunkte. Es ist nicht einfach die Menge an Unschärfe. Objektivkonstruktion, Blende, Abstand und Hintergrund beeinflussen die Wirkung. Ein ruhiger Hintergrund kann auch durch Gestaltung und Standort entstehen.
Brennweite
Optische Eigenschaft eines Objektivs, angegeben in Millimetern. Zusammen mit Sensorformat und Abbildungsweise beeinflusst sie den Bildwinkel. Eine andere Brennweite vom gleichen Standort verändert den Ausschnitt; die Perspektive verändert sich durch den Standort. Cropfaktor verlängert das Objektiv nicht.
Cropfaktor
Verhältnis der Diagonale eines Referenzformats zur Sensordiagonale, häufig bezogen auf 36 × 24 mm. Es erlaubt eine diagonale Bildwinkel-Äquivalenz. Verschiedene Seitenverhältnisse können horizontal und vertikal anders wirken. Die tatsächliche Brennweite bleibt unverändert.
Dynamikumfang
Spanne zwischen sinnvoll unterscheidbaren dunklen und hellen Bildinformationen. Messung und nutzbares Ergebnis hängen von Bedingungen und Qualitätskriterien ab. Bei zu großem Motivkontrast musst du Licht, Ausschnitt oder Wiedergabe verändern. RAW garantiert keine Wiederherstellung vollständig verlorener Lichter.
EXIF
Metadaten einer Bilddatei können Kamera, Zeit, ISO und weitere Angaben enthalten. Sie können fehlen, verändert oder beim Export entfernt werden. Nicht jedes sichtbare Bildmerkmal beweist eine Einstellung. Unbekannte Werte dürfen nicht als echte Aufnahmedaten ergänzt werden.
Festbrennweite
Objektiv mit einer festen Brennweite statt eines verstellbaren Zoombereichs. Es kann für bestimmte Aufgaben kompakt oder lichtstark sein, aber diese Vorteile gelten nicht für jedes Modell. Ein Standortwechsel ersetzt nicht in jeder Situation das Ändern des Bildwinkels per Zoom.
Schritt für Schritt
- Begriff auswählen und die Kernaussage lesen.
- Typische Verwechslung beziehungsweise Grenze beachten.
- Verlinkte Lernseite für Bildbeispiele und Übungen öffnen.
- Bedeutung an einer eigenen Aufnahme überprüfen.
Begriffe zusammen lesen
Eine Aufnahme wird von mehreren Entscheidungen geprägt. Lies bei Fragen zu Schärfe auch Fokus, Zeit und Betrachtung; bei Bildwirkung auch Standort, Ausschnitt und Licht. Eine Definition liefert eine Orientierung, keine automatische Lösung für jede Situation.
Praxisübung
Wähle einen Begriff und beschreibe ein passendes eigenes Foto. Nenne, was du im Bild tatsächlich sehen kannst und welche Aufnahmeinformation du dafür zusätzlich bräuchtest. Ergänze anschließend eine praktische Änderung, die du gezielt testen möchtest.